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Automatisierung der Freimessung in einem stillgelegten Kernkraftwerk

Der Auftrag

Für die Entlassung eines Kernkraftwerks aus der atomrechtlichen Überwachung soll in einem Projekt die Freigabefähigkeit des Kontrollbereichs bis zum Zieltermin nachgewiesen werden. Dieser Nachweis wird, gemäß der behördlich freigegebenen Verfahrensbeschreibung, in jedem Gebäude (bzw. jedem Gebäudebereich) durch ein zweistufiges Verfahren mit 16 Arbeitsschritten erbracht.

In dem hier beschriebenen Projekt sollen repetitive Arbeitsprozesse nach Automatisierungsansätzen analysiert, Lösungsansätze entwickelt und anschließend umgesetzt werden. Der Hauptaufwand wird dabei in den nachfolgenden drei Arbeitsschritten erwartet:

  • Raumdatenerfassung
  • Durchführung der Voruntersuchung
  • Durchführung der Entscheidungsmessung

Zunächst soll sich auf die radiologischen Messungen des Arbeitsschritts „Durchführung der Voruntersuchung“ konzentriert werden. Eine solche Automatisierung erfolgt in vier groben Schritten angedacht:

  • Ertüchtigung des Roboters
  • Umsetzung der Datenverarbeitung und Entwicklung von Routinen zur Qualitätssicherung
  • Qualifizierung mit der Behörde
  • Einsatz des Messroboters

Das Vorgehen

Im Zuge des Projekts soll auf Basis der Roboterplattform Neobotix MP-500 die (möglichst weitestgehend) autonome Voruntersuchung im Kontrollbereich durchgeführt werden. Hierzu zählen die folgenden Punkte:

  • Beweglichkeit (z.B. Bewegungen um den eigenen Massenschwerpunkt)
  • Orientierung (z.B. Orientierung anhand eines gewählten Startpunkts/Nullpunkts)
  • Sonstige Anforderungen (z.B. Energieversorgung mittels Akkubetrieb mit ausreichend langer Akkulaufzeit)

Der Projektfokus liegt auf der Automatisierung der ODL-Messung, da diese im Vergleich zu den anderen genannten Messmethoden eine schnellere und einfachere Umsetzung verspricht. Die Automatisierung weiterer Mess- oder Verfahrensschritte soll anschließend diskutiert werden.

Die Messungen sollten mit einer geeichten und zur Bestimmung der Messgröße H*(10) geeigneten Sonde durchgeführt werden. Messzeit und Fahrgeschwindigkeit orientieren sich an den Spezifikationen des gewählten Messgeräts und müssen im Projekt festgelegt werden.

Werden bei den Messungen Werte oberhalb eines Grenzwertes von 0,25 μSv/h[1] erfasst, müssen zusätzlich manuelle Messungen mit einem Dosisleistungsmessgerät erfolgen. Aus diesem Grund ist zu gewährleisten, dass alle dokumentierten Messwerte in den Räumen wiederauffindbar sind (z. B. in Form einer virtuellen Raumkarte mit den einzelnen Messwerten und Koordinaten).

[1] μSv/h steht für Mikrosievert pro Stunde

Das Ergebnis

Durch die Automatisierung der drei Arbeitsschritte werden folgende Effekte erwartet:

  • Reduktion der Projektdauer
  • Entlastung der Projektmitarbeiter von monotoner Arbeit
  • Verringerung von Fehlern

Die Automatisierung erfolgt parallel zur Umsetzung des Projekts. Priorität wird dem Heben von Effekten zugemessen. Aus diesem Grund soll die Umsetzung der Automatisierungsansätze sequenziell erfolgen. Der Nutzen soll duch folgende zentrale Aspekte erzielt werden:

  • Entlastung der Strahlenschützer
  • Ausweitung der Betriebszeiten (ca. 10 bis 16 Std. pro Kalendertag)
  • Skalierbarkeit über mehrere Roboterplattformen
Leistungsbereich

Prozess- und Organisationsberatung
Energieerzeuger
Projektmanagement
Agile Methoden

Zeitraum

seit 2019 bis heute

Ansprechpartner

sbc soptim business consult
Sascha Rülicke

T    0241 400 23 - 0
E    sascha.ruelicke@soptimbc.de

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