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sbc-Energie-Radar KW 20/2026: Gaspaket, Sicherheitsdialog und Energy Sharing

sbc soptim business consult GmbH

sbc-Energie-Radar

Ausgabe 11 • KW 20/2026

11. Mai 2026 • Was diese Woche trägt: Drei Wochen vor dem Wärmeplan-Stichtag – der Bundesrat liefert, die BNetzA mahnt, die Wärmepumpen liefern Redispatch.

 

■  Das Wichtigste – kurz & knapp

  • Bundesrat positioniert sich zum Gaspaket: Am 8. Mai hat die Länderkammer Stellungnahme zur Umsetzung des EU-Gas- und Wasserstoff-Binnenmarktpakets abgegeben (TOP 43). Kernforderung der Ausschussempfehlungen: gesetzliche Regelung zur Finanzierung von Wasserstoff-Verteilnetzen jenseits des Kernnetzes. Bundesrat 8.5.2026
  • BNetzA: IT-Sicherheitskatalog kommt im Oktober: Die Bundesnetzagentur (BNetzA) hat am 5. Mai aktualisierte Hinweise zur IT-Sicherheit im Energiesektor veröffentlicht. Im Oktober 2026 startet die verpflichtende Nutzung des neuen Katalogs – eingebettet in die NIS-2-Umsetzung. BNetzA IT-Sicherheit
  • Wärmeplan-Endspurt der Großstädte: Noch sieben Wochen bis zum 30. Juni. Köln hat erste Zwischenergebnisse online, Düsseldorf hat die Öffentlichkeitsbeteiligung abgeschlossen, Essen arbeitet weiter an einem Aktionsplan Klima & Energie. Überblick NRW
  • ViFlex: Wärmepumpen liefern Redispatch: Viessmann, TenneT und TransnetBW haben das dreijährige Pilotprojekt erfolgreich abgeschlossen. Über 100 Haushalts-Wärmepumpen wurden als netzdienliche Flexibilität in das Übertragungsnetz eingebunden. TransnetBW
  • Energy Sharing: 21 Tage bis zum Start: Zum 1. Juni greift §42c EnWG (Energiewirtschaftsgesetz). Die zentrale Marktprozess-Plattform der Verteilnetzbetreiber nach §20b EnWG ist erst für Juli vorgesehen – in der Praxis bleibt es vorerst manuell. ZfK-Analyse

■  Im Fokus

Vier Geschichten, die in dieser Woche über das Tagesgeschäft hinaus relevant sind.

Der Bundesrat liefert – und schiebt die Wasserstoff-Frage in den Bundestag zurück

Am 8. Mai hat die Länderkammer ihre Stellungnahme zur EnWG-Novelle abgegeben, die das Europäische Gas- und Wasserstoff-Binnenmarktpaket in deutsches Recht überführt. Die Bundestags-Erste-Lesung fand bereits am 23. April statt; bis August 2026 läuft die EU-Umsetzungsfrist. Bisher galt: Gasnetze sind dauerhaft betriebene Pflicht-Infrastruktur. Künftig schafft das Gesetz erstmals einen Rahmen für geordnete Umnutzung oder Stilllegung – mit Mindestvorlaufzeit von zehn Jahren und Informationspflichten gegenüber Anschlussnehmern. Die zentrale Länderforderung: Bund soll eine gesetzliche Finanzierungsregelung für Wasserstoff-Verteilnetze schaffen, nicht nur für das Kernnetz. Was wahrscheinlich folgt: der Bundestag wird einen Teil der Ausschussempfehlungen aufnehmen, die strittige Verteilnetz-Finanzierung aber vermutlich vertagen.

Relevanz für sbc

Für Stadtwerke mit Gasnetz wird der Gesetzestext zur Pflichtlektüre – nicht nächstes Jahr, sondern in den nächsten Wochen. Konkreter Beratungsansatz: Vorbereitung der Verteilernetzentwicklungspläne (VNEP), Aufbau einer Stilllegungs-/Transformationssystematik, Verzahnung mit der kommunalen Wärmeplanung. Wer jetzt eine VNEP-Methodik etabliert, kann sie ab Inkrafttreten direkt anwenden. Erste Lesung 23.4. · ZfK-Gesetze-Ticker

 

Wärmepumpen werden zu Netzhelfern – aber der Rechtsrahmen fehlt

Viessmann Climate Solutions, TenneT und TransnetBW haben Ende April das dreijährige Pilotprojekt ViFlex abgeschlossen. Über 100 Wärmepumpen in Haushalten wurden zu virtuellen Pools aggregiert und an das Engpassmanagement der Übertragungsnetzbetreiber angebunden – via Equigy-Crowd-Balancing-Plattform. Bisher galt: Redispatch passiert mit Großkraftwerken und Batteriespeichern; Haushaltsanlagen waren bestenfalls via §14a EnWG (steuerbare Verbrauchseinrichtungen) abregelbar, nicht aktiv marktteilnehmend. Künftig zeigt der Pilot: Wenn Aggregator-Plattformen, intelligente Messsysteme und Netzbetreiber sauber zusammenarbeiten, können auch dezentrale Haushaltsanlagen Systemdienstleistungen liefern. Was fehlt: ein hybrider Redispatch 3.0, der marktbasierte Vermarktung kleinteiliger Flexibilität neben dem kostenbasierten Redispatch 2.0 ermöglicht. Im Sondergutachten des Bundeskartellamts und in BNetzA-Konsultationen taucht das Thema bereits auf – eine Festlegung steht noch aus.

Relevanz für sbc

Spannender Gesprächseinstieg bei Verteilnetzbetreibern: Wie integrieren wir Aggregatoren ins eigene Niederspannungsleitsystem? Das Pendant zu ViFlex auf VNB-Ebene ist die CLS-Steuerung (Controllable Local Systems) über das Smart-Meter-Gateway. Wer hier eine Roadmap für die Verzahnung von §14a-Steuerung, Aggregator-Schnittstellen und Redispatch-Beteiligung entwickelt, bedient ein Thema, das ab 2027/28 zum Pflichtprogramm wird.

 

IT-Sicherheit rückt auf die Vorstands-Tagesordnung – spätestens im Oktober

Die BNetzA hat am 5. Mai die aktualisierte Übersicht zur IT-Sicherheit im Energiesektor publiziert. Hintergrund: Das NIS-2-Umsetzungsgesetz ist seit 6. Dezember 2025 in Kraft, das KRITIS-Dachgesetz folgt im Frühjahr 2026. Bisher galt: zwei separate IT-Sicherheitskataloge nach §11 Abs. 1a (Netzbetreiber) und 1b (KRITIS-Anlagen) EnWG aus 2015/2018. Künftig: ein konsolidierter Katalog nach §5c EnWG, stärker an ISO/IEC 27001 orientiert, mit erweiterten Anforderungen an SIEM-Systeme, Schwachstellenmanagement und Meldepflichten. Der Stichtag für die verpflichtende Nutzung ist Oktober 2026. Parallel müssen sich nach NIS-2 deutlich mehr Energieunternehmen beim BSI registrieren – die formale Registrierungsfrist lief bereits am 6. März 2026 ab. Wer das verschlafen hat, sollte zügig nachholen.

Relevanz für sbc

Konkretes Beratungs- und Vertriebsfeld: Gap-Analyse zwischen bestehendem ISMS und den verschobenen Anforderungen (NIS-2, neuer IT-SiKat, Cyber Resilience Act ab 2027). Insbesondere mittelgroße Stadtwerke ohne dedizierte CISO-Funktion brauchen jetzt eine Roadmap – nicht im Q4. Anschlussfrage an Kunden: „Habt ihr die NIS-2-Registrierung beim BSI bereits durchgeführt?“ Eine wirksame Konversation. Kompaktes Briefing TCI

 

Wärmeplan-Endspurt: Was am 30. Juni wirklich vorliegen muss

Sieben Wochen vor dem Stichtag wird sichtbar, wie unterschiedlich die NRW-Großstädte aufgestellt sind. Düsseldorf hat die formale Offenlage des kommunalen Wärmeplans Ende Januar abgeschlossen – der Ratsbeschluss steht bevor. Köln hat erste Zwischenergebnisse online und peilt einen Beschluss vor dem 30. Juni an. Dortmund arbeitet noch am Energienutzungsplan als Vorstufe, in Essen liegt der Beschluss zur Erstellung eines Aktionsplans Klima & Energie vor, der die Wärmeplanung integrieren soll. Bisher galt: Wenn ein Wärmeplan vorliegt, gilt die 65-%-Erneuerbaren-Regel bei Heizungstausch dort einen Monat nach Veröffentlichung – sofern Wärmenetz-/Wasserstoffausbaugebiete ausgewiesen sind. Künftig: Wer den 30. Juni reißt, löst die 65-%-Regel automatisch zum 1. Juli aus. Politisch wird das durch die geplante GModG-Verschiebung auf 1. November entschärft – aber rechtlich gilt zunächst die alte Frist.

Relevanz für sbc

Zwei sehr unterschiedliche Beratungssituationen: (1) Kommunen, die noch im Endspurt sind – hier zuählt prozessuale Unterstützung bei Beschlussvorlage, Offenlage, Beteiligungsformat. (2) Kommunen, die den Plan abgeschlossen haben – hier beginnt die eigentliche Arbeit: Umsetzungsstrategie, Förderlandschaft (BEW), Wärmenetzplanung der Stadtwerke. Für Stadtwerke im Eigentümerkreis der Kommune ist Phase 2 die viel relevantere – und sie startet jetzt.

■  Longread der Woche

Energy Sharing: Welche Rolle Stadtwerke einnehmen sollten

Peter Saliger zerlegt in der ZfK das für Stadtwerke unbequeme Detail von §42c EnWG: Sie selbst dürfen keine Energy-Sharing-Communities (ESC) betreiben – weil „Hauptzweck Energieversorgung“ explizit ausgeschlossen ist. Der Text skizziert vier strategische Rollen (Ignorieren, Dienstleister, Enabler, indirekter Vermarkter) und macht klar: Wer nichts tut, verliert nach Commodity-Wettbewerb und Komplettanbietern das dritte Mal Kundenschnittstelle und Marge. Lesenswert besonders für alle, die in den nächsten Wochen Strategiesitzungen zum Thema vor sich haben.

→ ZfK: Energy Sharing und die Rolle der Stadtwerke

■  Anknüpfungspunkte

Was sich seit den letzten Ausgaben entwickelt hat.

  • Aus KW 19 – Energy Sharing: Aus „noch 5 Wochen“ sind „noch 3 Wochen“ geworden. Die in KW 19 angesprochene technische Lücke (5,5 % iMSys-Quote, fehlende Marktprozesse) ist unverändert. ZfK rechnet mit erstem stabilen Regelbetrieb frühestens 2029.
  • Aus KW 19 – Gaspaket: Der angekündigte Bundesrats-Termin am 8. Mai hat stattgefunden, die Stellungnahme ist verabschiedet. Die nächste Eskalationsstufe ist der federführende Wirtschaftsausschuss des Bundestags am 20. Mai.
  • Aus KW 18 – Smart-Meter-Aufsichtsverfahren: Die 77 betroffenen gMSBs haben weiterhin Stellungnahmezeit. Klaus Müller wiederholte am 27. April im Klima-Labor-Podcast: „Es gibt keine Ausreden mehr.“ Erste Zwangsgeld-Festsetzungen werden im Sommer erwartet.
  • Aus KW 17 – Herne-Hochtemperatur-Wärmepumpe: Keine neuen öffentlichen Meldungen zur Inbetriebnahme; Iqony und Uniper kommunizieren weiter Q3/2026.

■  NRW & Essen – regional

Was vor der Haustür passiert.

  • Energie-Treffpunkt energate – 20. Mai, Essen: Branchenformat für Führungskräfte aus EVU und Stadtwerken mit Fokus auf Dekarbonisierung, Wärmewende und Digitalisierung. Vorqualifizierte Einzelgespräche zwischen Versorgern und Lösungsanbietern. Terminübersicht energate
  • IN4climate.RR-Konferenz – 9. Juni, Bergheim: Konferenz zur Industrietransformation der Rhein-Ruhr-Region, organisiert von NRW.Energy4Climate. Schwerpunkt Schwerindustrie, Wasserstoffhochlauf, Sektorenkopplung. NRW.Energy4Climate Events
  • Essener Lokalbezug – Stadtwerke Essen / Iqony Fernwärme: Die im März unterzeichnete Partnerschaftsvereinbarung zur Verknüpfung von Niedertemperatur- und Hochtemperaturnetzen geht in die operative Phase. Für Essener Kunden ein Thema, das die nun anlaufende kommunale Wärmeplanung mit konkreten technischen Optionen unterfüttert. Hintergrund

■  Smalltalk-Stoff

Für den unerwarteten Gesprächseinstieg.

−17,0 %

durchschnittliche Senkung der Netzentgelte 2026 für Haushalte

Laut ene’t-Auswertung (Stand Mai, ca. 100 % Erfassung) sinken die Netzentgelte 2026 quer durch die Republik – getragen vom 6,5-Mrd.-Euro-Zuschuss aus dem KTF. Ein Musterhaushalt zahlt rund 357 € statt zuvor über 430 €. Die Frage, die niemand laut stellt: Was passiert 2027, wenn der Zuschuss ausläuft?

 

3 Verträge

braucht ein Energy-Sharing-Teilnehmer ab dem 1. Juni

Liefervertrag mit dem Erzeuger, Vertrag über die gemeinschaftliche Nutzung, plus klassischer Reststrom-Liefervertrag für alles, was die Community-Anlage nicht abdeckt. Drei Verträge für einen Haushalt – das ist die deutsche Antwort auf das österreichische Modell.

■  Vertiefung – Themen für die Beratung

Zu den dominanten Themen dieser Ausgabe findet ihr auf unseren Themenseiten den fachlichen Hintergrund – nützlich für Kundengespräche und Angebotsentwicklung:

Wärmewende, Wärmeplan-Endspurt, Wärmepumpen-Wende:
Wärmewende umsetzen – vom Plan zur Wirklichkeit →

Gaspaket, Verteilnetzbetrieb:
Netztransformation – vom Auftrag zur Steuerung →

Energy Sharing, neue Geschäftsmodelle:
Innovation in der Energiewirtschaft – von der Idee zum Geschäftsmodell →

 

sbc soptim business consult GmbH • Essen. Wir sind die Beratung für die Energiewirtschaft zu Smart-Meter-Rollout, KI/ AI und Digitalisierung.

Dieser Newsletter wurde vollständig mit Künstlicher Intelligenz (Claude von Anthropic) generiert und redaktionell nicht nachgeprüft. Links und Fakten bitte vor Weitergabe verifizieren.

Ausgabe 11 • KW 20/2026 • 11. Mai 2026

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